Meiner Meinung nach: einer der mutigsten Menschen.
„Es sind fünftausend von uns hier
in diesem kleinen Stückchen Stadt.
Wir sind fünftausend.
Ich wüsste gern, wie viele wir sind
in den Städten und im ganzen Land?
Hier allein sind zehntausend Hände, die pflanzen und die Fabriken betreiben. [...]
Sechs von uns sind verloren
wie im Weltraum.
Einer tot, einer geschlagen, wie ich nie geglaubt hätte,
dass ein Menschenwesen geschlagen werden kann.
Die anderen vier wollten ihre Qualen beenden -
einer sprang ins Nichts,
einer schlug den Kopf gegen die Mauer,
aber alle mit dem starren Blick des Todes.
Was für ein Grauen die Fratze des Faschismus schafft!
Sie führen ihre Pläne mit der Präzision von Messern aus.
Ihnen ist alles gleich.
Für sie ist Blut wie ein Orden,
Schlächterei eine Heldentat.
O Gott, ist das die Welt, die du geschaffen hast?
Dafür deine sieben Tage voll Wundern und Taten?
In diesen vier Wänden gibt es nur eine Zahl,
die sich nicht vermehrt.
Die sich mehr und mehr nach dem Tode sehnt.
Aber plötzlich erwacht mein Gewissen
und ich sehe diesen Strom ohne Herzklopfen,
nur den Rhythmus von Maschinen. [...] Auch unsere Faust wird wieder kämpfen."
Das ist ein Lied von dem chilenischen Sänger Victor Jara.
Ich finde ihn mutig, weil er Lieder sang, die von gesellschaftlicher Ungerechtigkeit handelten
und es in Südamerika Probleme (Diktatur, Verletzung der Menschenrechte) gab. Es wurden viele Menschen umgebracht, gefoltert und hinausgetrieben. Auch in einem Moment, wo niemand sich gewagt hätte zu singen, sang er. Hier ein Teil seiner Biografie, der zeigt, was ich meine:
"Kurz nach seiner Verhaftung wurde Jara von den Soldaten erkannt und ins
Estadio Chile verbracht und, wie auch viele seiner Leidensgenossen,
gefoltert. Unter diesen Umständen entstand sein letztes Gedicht
(eigentlich ohne Titel, meist aber nach der Anfangszeile Somos cinco
mil, „Wir sind fünftausend“, genannt). Später brachen ihm seine Peiniger
die Hände, damit er nicht mehr Gitarre spielen konnte. Als Reaktion auf die hämische
Aufforderung der Soldaten, er solle doch singen, wenn er ein Sänger sei,
erhob Víctor Jara noch einmal seine Stimme, um das Lied der Unidad
Popular Venceremos – „Wir werden siegen“, anzustimmen. Daraufhin wurde
er zusammengeschlagen und schließlich mit einem Maschinengewehr getötet."
Zitat von Jara:
Der Gesang hat einen Sinn,
tönt er in den Adern des Sängers,
der auch noch beim Sterben
die Wahrheit offen heraussingt.
Später wurde das Estadio Chile offiziell in Estadio Víctor Jara umbenannt.
Seine ganze Biografie: http://www.kampflieder.de/victor-jara-biografie.php
http://hpd.de/node/2726
Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

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